Pädophiler ehemaliger Rektor der Odenwaldschule ist bedeutender lutherischer EKD-Theologe

Pädophiler ehemaliger Rektor der Odenwaldschule ist bedeutender lutherischer EKD-Theologe

Nur scheinbar verschaffen die Meldungen der jahrelangen massiven sexuellen Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule in Heppenheim der Kirche Luft. Denn der Haupttäter, der ehemalige Rektor, ist ein bekannter Theologe, der vor seinen Taten in Heppenheim nach eigenen Angaben zunächst „mehrere Jahre im kirchlichen Dienst tätig“ war (http://archiv.ub.uni-marburg.de/sonst/1999/0015.html).

So schrieb er bereits 1963 für die Kirchenzeitschrift „Amt und Gemeinde“ den Aufsatz „Gottesdienst und liturgische Erneuerung“ (Nr. 5/1963). Und auch nach seiner Zeit in Heppenheim-Ober-Hambach machte er weiter kirchliche Karriere, indem er u.a. in die Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für Bildung und Erziehung berufen wurde. In seiner Funktion als Vertreter der evangelischen Kirche nahm Becker z.B. 1991 an der Tagung Schule in Hessen teil, wo es darum ging, gemeinsam mit dem Kultusminister „Grundfragen der Gestaltung von Schule“ zu „reflektieren“.

Dieser renommierte Theologe soll als Rektor der Odenwaldschule unter anderem einen damals 13-jährigen Buben ca. 400 Mal sexuell missbraucht bzw. vergewaltigt haben. Zur Methode des gläubigen Rektors habe es gehört, die Kinder zu wecken, indem er sich an ihren Genitalien zu schaffen machte. „Etliche Schüler“, so der Vorwurf eines Opfers, habe der Rektor sogar „in inflationärem Umfang sexuell missbraucht“ (Frankfurter Rundschau, 17.11.1999). Die Frankfurter Rundschau schreibt am 6.3.2010: Schüler berichteten, „wie sie als ´sexuelle Dienstleister` für ganze Wochenenden eingeteilt, wie sie zu Oralverkehr gezwungen wurden. Einzelne Pädagogen hätten gar ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen“.

Diese Praktiken hatten zum Teil „verheerende Konsequenzen für die Opfer: Schwerer Alkoholmissbrauch über Jahre, massiver dauerhafter Konsum illegaler Drogen und kaum fassbares seelisches Leiden waren die Folgen.“ Zwei oder drei von dem protestantischen Theologen missbrauchte Kinder brachten sich später um“ (bild.de, 8.3.2010).

Vor kurzem erst machte die evangelische Kirche Schlagzeilen mit den Verbrechen an Heimkindern, wie sie von Spiegel-Redakteur Peter Wensierski in seinem Buch: „Schläge im Namen des Herrn“ beschrieben werden. Und nun ein weiterer Skandal.

„Wir müssen immer wieder feststellen, dass es manchen lutherischen Verantwortungsträgern ganz offenkundig an Unrechtsbewusstsein für ihre Taten mangelt. Offenbar folgen sie darin Luther nach, der den freien Willen des Menschen leugnete und seine Anhänger dazu aufrief: ‚Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer!’ Nur: Der Glaube, dass auch schwerste Sünden dabei unentdeckt bleiben, führt eben in die Irre.“ sagte dazu Dieter Potzel, ehemaliger lutherischer Pfarrer.

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